Home Auf ReisenAustralien Sydney. Oder wie damals alles begann

Sydney. Oder wie damals alles begann

von Zimtblume

Einen Reisebericht über Australien zu schreiben ist ein absolutes Mamutprojekt. Ganze drei Mal habe ich es in dieses Land geschafft. Und es ist wirklich überwältigend und außerdem riesengroß. Weil ich ein bisschen perfektionistisch veranlagt bin, wäre das Projekt fast gescheitert, denn ich finde, dass Bilder diesem Land eigentlich gar nicht gerecht werden können. Schon gar nicht solche, die ich vor – oh weh! – 7 Jahren mit meiner Kompaktkamera geknipst habe. Zum Glück war ich Weihnachten 2016 nochmal dort und die Bilder haben etwas an Qualität gewonnen, sodass ich entschieden habe, meine Urlaubsimpressionen mit Euch zu teilen. Den Anfang macht Sydney!

Auf dem Weg nach Sydney
1. Februar 2010 Abflug nach Sydney

Ich möchte Euch natürlich nicht vorenthalten, wie ich damals als 24 Jährige ganz alleine zum großen Abenteuer aufgebrochen bin. Mit einer Funktionshose mit abnehmbaren Hosenbeinen, einem riesen Rucksack und einer sehr genauen Vorstellung, was ich in Australien alles sehen möchte, zog ich los (Es hat sich ziemlich schnell herausgestellt, dass planen nicht das höchste Gut des Backpackers ist, sondern die Improvisation).

Mit dem Rucksack auf  nach Sydney

Aber ich möchte Euch auch unbedingt die Bilder meines letzten Urlaubs zeigen. Dieser war kein Rucksack-Urlaub mehr. Ich bin nämlich inzwischen aus der Backpacker Kleidung herausgewachsen und habe den Komfort eines richtigen Bettes und einer warmen Dusche doch sehr genossen. Damals hätte ich vermutlich mit den Augen gerollt und mich eine Spießerin genannt Eben alles zu seiner Zeit!


Sydney Habour Bridge
Sydney Habour Bridge

Da stand ich also am 1. Februar 2010 am Frankfurter Flughafen mit einem One-Way-Ticket in der Hand. Die Abenteuerlust stand mir vermutlich ziemlich deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich war noch nie so weit gereist und der Flug war ziemlich anstrengend. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, mich auf einen anderen Platz als den mir zugewiesenen zu setzen oder gar nach einem Platz am Notausgang zu fragen. Da bin ich heute schon deutlich selbstbewusster. Eine Reihe im Flugzeug ist frei? Warum nicht nach dem Abflug dorthin setzten!

Taieph: Ein Zwischenstopp der besonderen Art

Es gibt viele Wege, die nach Australien führen. Damals habe ich die Route über Abu Dhabi nach Sydney gewählt. Der Aufenthalt war nur kurz und kaum hatte man das Flugzeug verlassen, hieß es im Grunde schon den nächsten Check-in ansteuern.

Das habe ich bei meinem erneuten Besuch 2016 bewusst vermieden. Stattdessen habe ich entschieden, einen Zwischenstopp in Taiwans Hauptstadt Taipeh einzulegen. Das kann ich nur empfehlen! So hat man zum einen die Möglichkeit noch in eine ganz andere Kultur hineinzuschnuppern und zum anderen kommt man in den Genuss eines Bettes und einer Mütze Schlaf, bevor es für weitere 9 Stunden in den Flieger geht.


Sydney waterfront
Sydney waterfront

Vielleicht muss man in Australien gewesen sein, die Luft geatmet, mit den Leuten gesprochen, das sensationelle Essen gekostet haben, um zu verstehen, warum mich dieses Land so fasziniert. Nun ist dieser schöne Flecken Erde aber doch ziemlich abgelegen. Es fliegt sich leider nicht mal eben so nach Australien, also versuche ich meine Leidenschaft zu formulieren ohne dabei in Superlative und Plattitüden abzudriften.


Car with Rock in Sydney
Hickson Road: Car with Rock

Nie werde ich vergessen, wie ich 2010 ganz alleine aus dem Flughafen Gebäude in Sydney getreten bin. Es hatte tatsächlich geregnet. Und damit hatte ich so gar nicht gerechnet. In meiner Fantasie war Australien ein Land voller verbrannter roter Erde, ein bisschen unwirtlich und dazu prädestiniert meine neu erworbene Funktionskleidung auszutesten. Aber weitgefehlt! Australien ist unheimlich vielseitig! ♡


"Early Soldier" The Rocks in Sydney
„Early Soldier“, The Rocks

Sydney ist ein sehr teures Pflaster. Bei meinem ersten Besuch in dieser Stadt habe ich ein Hostel im Stadtteil Kings Cross angesteuert. Völlig ahnungslos, dass es sich hierbei um das Rotlichtviertel Sydneys und eine eher zwielichtige Gegend handelt. Ich erinnere mich noch, dass ich nach dem langen Flug und dem anschließenden Jetlag beim Anblick der vielen fremden Haare auf dem fleckigen Bettlaken im 6-Bett-Zimmer fast in Tränen ausgebrochen wäre.

Schöner ist es definitiv im Pier One mit Sicht auf die Sydney Habour Bridge. Dort habe ich 2010 meine letzten Tage in Australien verbracht und mich ein wenig verwöhnen lassen. Damals dachte ich, dass ich nie wieder zurückkomme. Aber man sieht sich eben doch immer zwei Mal im Leben. Mindestens!


Sydneys Skyline
Sydneys Skyline

Auf Sydney muss man sich als Besucher einlassen. Anders als das charmante Melbourne ist die Großstadt erstmal nur…tja…groß. Nein, riesig! Sydney ist die größte Stadt Australiens und das Finanz- und Handelszentrum. Und das ist spürbar. Überall wuselt es, die öffentlichen Verkehrsmittel sind voll von hübschen Menschen in Anzug und Kostüm, die auf dem Weg zur Arbeit sind. 

Und trotzdem oder gerade deswegen ist Sydney wunderschön! Es liegt direkt am Pazifischen Ozean und der Blick auf das Opern Haus und die Habour Bridge ist atemberaubend. Alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen würde wohl zu weit führen, ich beschränke mich auf jene, zu welchen es mich immer wieder zieht und die ich auch beim dritten Besuch ganz selbstverständlich angesteuert habe. 

Sydney hat Besuchern viel zu bieten

Da ist zum einen das berühmte Opernhaus. Es lohnt sich übrigens definitiv ein paar Dollars auszugeben und eine Tour durch das Opernhaus zu buchen. Die Geschichte rund um den Bau und den Architekten ist sehr interessant. Fein ist es auch direkt vor dem Opernhaus einen Kaffee mit Blick auf das Wasser zu genießen. Der Kaffee ist nur unwesentlich teurer und schmeckt bei der Sicht dafür doppelt so gut!

Ich persönlich liebe die Royal Botanical Gardens sehr. Wenn es mir in der Stadt zu laut wird, verziehe ich mich mit einem Lunch in die Parkanlage und speise mit Blick auf die Habour Bridge und das Opernhaus!


Jørn Utzon: Dem Architekten auf der Spur in Sydney
Jørn Utzon: Dem Architekten auf der Spur

Wer es noch ein bisschen ruhiger mag sollte unbedingt dem Chinesischen Garten einen Besuch abstatten. Er ist eine Oase der Ruhe in Mitten der Großstadt. Ich halte mich unheimlich gerne dort auf. Irgendwie ist es dort friedlich und obwohl der Garten gut besucht ist, hat man das Gefühl ganz alleine zu sein. Als nette Urlaubserinnerung könnt ihr Euch in typischer chinesischer Tracht das hat man mir zumindest gesagt fotografieren lassen.


Der Chinesische Garten in Sydney
Ort der Ruhe: Der Chinesische Garten
Chinesischer Garten Sydney
In chinesischer Tracht, 2011

Ein Muss in Sydney ist natürlich China Town! Ich habe dort unfassbar gut gespeist! Und wenn ich schon mal dort bin, lasse ich mich gerne mitreißen vom vielen Bling Bling und den kunterbunten Läden, die im Grunde ein ziemlich ähnliches Sortiment an Touristen Souvenirs führen.

Wer es noch lauter und noch fischiger mag ich liebe Fisch ist beim Sydney Fish Market richtig. Menschen mit Platzangst möchten diesen Ort vielleicht lieber meiden. Denn es ist voll. Und wahnsinnig laut. Dafür ist das Angebot an unterschiedlichstem Fisch natürlich gigantisch! ♡


Urlaub in Sydney
Ein Snack in China Town
Urlaub in Sydney
Mehr Glitzer geht nicht!

Ach ja! Wer das Glück hat Silvester zuuufällig in Sydney zu sein, sollte sich ganz genau überlegen, wie er das Neue Jahr begehen möchte. Ich habe lange überlegt, wo ich Silvester feiern soll. Auf einem Boot? (leider bin ich nicht besonders seefest) Oder vielleicht im Opern Haus? (puh ganz schön teuer)

Sydney ist sehr daran interessiert das Chaos am New Years Eve so gering wie möglich zu halten. Deshalb gibt es extra markierte Vantage Points, wie The Rocks, Circular Quay, Macquaries Point, Taronga Zoo und wie sie alle heißen. Von dort bietet sich eine besonders gute Sicht auf das Feuerwerk. Der Nachteil ist, dass die Plätze meist völlig überfüllt sind. Für besonders begehrte Locations campen Leute schon mal eine Nacht vorher direkt vor dem Eingang! Also, das ist nichts für mich!

Da ich bei meiner Reise 2016 das Glück hatte bei lieben Freunden direkt am Bondi Beach zu wohnen, habe ich entschieden mich nicht in die Innenstadt aufzumachen sondern statt dessen das schöne Örtchen Watsons Bay aufzusuchen. Hier kann man dem Silvester Trubel ganz gelassen entgegen blicken und am Strand beim BBQ auf den Abend warten. Kurz vor Mitternacht zieht es viele Einheimische und auch mich zum Gap Lookout. Mit einer Pizza im Gepäck mache ich es mir auf den warmen Steinen gemütlich und genieße das Feuerwerk.


Silvester in Sydney
Silvester in Watsons Bay

Apropos Bondi Beach! Es lohnt sich diesen Strand zu besuchen. Am besten nimmt man sich eine gesunde Portion Selbstbewusstsein mit, denn hier treffen sich die Schönen und Reichen um ihre Körper zu zeigen. Das Durchschnittsalter scheint eher so bei Mitte 20 zu liegen. Ich komme mir ein bisschen alt vor 

Am Bondi Beach wird die Serie Bondi Rescue gedreht. Irgendwo schwirrt immer ein Kamera Team herum auf der Suche nach Touristen die verrückt genug sind sich zu weit vom Ufer zu entfernen.

Entlang der Klippen: Küstenweg von Bondi nach Bronte

Mein persönliches Highlight ist aber nicht der Strand. Ganz im Süden des Strandes, vorbei am Restaurant Iceberg, das ganz oben auf der Liste der Restaurants stehen sollte, schlängelt sich ein Küstenweg. Über zerklüftete Klippen geht es von Bondi nach Bronte. Und auf dem Weg bietet sich dem Spaziergänger ein atemberaubender Blick auf den Pazifik. Ganz schön windig wird es hier oben. Aber ich liebe es! ♡


Bondi Beach in Sydney
Am Bondi Beach
Costal Walk in Sydney: Von Bondi nach Bronte
Costal Walk: Von Bondi nach Bronte

So. Der Anfang ist gemacht. In Sydney habe ich damals meine Reise begonnen und bin seit dem viele Male dorthin zurückgekehrt. Natürlich beschränken sich die Attraktionen nicht allein auf Sydney. Auch das Umland ist wunderschön. Wer einige Tage in Sydney weilt, sollte unbedingt einen Tag in den Blue Mountains einplanen. Am besten gleich zwei! Dieser Ort ist magisch!

Von nun an nehme ich Euch einfach öfter mal mit, um Euch Australien zu zeigen. Dieses Land, das mich geprägt hat wie kein anderes und sich ein ziemlich großes Stück meines Herzens erschlichen hat.

Bis dahin wünsch ich Euch alles Gute! Don´t fall down the rabbit hole!

Liebe Grüße ♡

Eure Zimtblume

Don´t fall down the rabbit hole! Sydney
Don´t fall down the rabbit hole!

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