Im September war ich eine Woche in Stockholm und das Essen stand bei mir ganz oben auf der Liste. Welche Restaurants in Stockholm sich für Dich lohnen, welche Bäckereien Du auf keinen Fall verpassen darfst und auf welches kulinarische Erlebnis Du getrost verzichten kannst, erzähle ich Dir hier. Alle Tipps habe ich selbst ausprobiert.

Essen gehen in Stockholm
Stockholm gehört zu den Food-Hotspots Europas. Bei Deinem Städtetrip warten unzählige kulinarische Highlights auf Dich. Du findest hier ziemlich sicher die besten Bäckereien, eine tolle Kaffee-Szene und jede Menge Restaurants mit innovativer Küche.
Ob Restaurants in Gamla Stan, Djurgården oder Kungsholmen, Du findest über die Stadt verteilt richtig schöne Locations mit individuellen Konzepten und mega Atmosphäre. Nicht immer sind die Preise gerechtfertigt. Wo es sich lohnt und was mein persönlicher Geheimtipp für Essen in Stockholm ist, erfährst Du jetzt.
In Kürze
- Essen in Stockholm ist sehr teuer, besonders Alkohol
- Das Abendessen ist die teuerste Mahlzeit des Tages
- Das Besondere ist die Fika-Kultur mit dem für mich besten Hefegebäck der Welt
Cafés und Bäckereien für Fika in Stockholm
Wo lässt sich die schwedische Fika-Kultur besser genießen als in Stockholm? Die Schweden lieben ihre Kaffeepausen so sehr, dass sie gleich zwei feste Zeiten in ihren Alltag integrieren. Morgens gegen 9 Uhr und nachmittags gegen 15 Uhr wird bewusst entschleunigt und bei einer guten Tasse Kaffee ein Päuschen eingelegt.
Traditionell isst Du zum Fika das Fikabröd, also ein süßes Gebäck. Besonders beliebt ist Hefeteiggebäck wie Kanelbullar (Zimtschnecken) und Kardemummabullar (Kardamom Knoten). Ich zeige Dir in welchen Cafés mir der Fika am besten gefallen hat.
Komet Stockholm
Das Café Komet hat sich in der Stockholmer Foodie-Szene einen Namen gemacht. An das Gebäck kommt handwerklich aus meiner Sicht auch nicht viel ran. Der Kaffee ist ebenfalls nicht zu verachten. Mir haben die Atmosphäre und das super freundliche Personal besonders gut gefallen.
Ich war am Tag meiner Anreise dort, weil das Café unweit vom Hauptbahnhof liegt. Es war sonnig und ich habe draußen einen Platz ergattert. Dort habe ich gemütlich ein gegrilltes Sandwich für 13 Euro und eine Suppe mit Focaccia für 11 Euro gegessen.
Beim zweiten Besuch habe ich mich auf das süße Gebäck gestürzt. Die Preise sind gesalzen, wie so ziemlich alles in Stockholm. 😜 Für diesen Pistazien Bullar zahlst Du umgerechnet 5 Euro.
Adresse: Kungsholmsgatan 10, 112 27 Stockholm
Stora Bageriet
Wenn Du schon immer mal live sehen wolltest, wie Kardamom Knoten und schwedische Zimtschnecken hergestellt werden, bist Du in der Stora Bageriet genau richtig. Hier kannst Du Deinen Fika genießen und den Bäcker:innen bei echter Handwerkskunst zusehen.
Was den Preis angeht, musst Du stark sein. Zwei belegte Brote und zwei (wirklich himmlische) Hefeteigteilchen haben mich exorbitante 38 Euro gekostet. Zwei Cappuccino lagen bei umgerechnet 10 Euro. Ob es das wert ist, musst Du selbst entscheiden. Für mich als Hefeteig-Bloggerin war das Erlebnis unschlagbar. Jeden Tag dort Fika zu trinken, würde mich definitiv arm machen.
Adresse: Sibyllegatan 2, 114 51 Stockholm

Fabrique: Geheimtipp Filiale in Djurgården
Ein Geheimtipp ist die Bäckereikette Fabrique vermutlich nicht. Die Qualität ist hervorragend und das spricht sich rum. Insgesamt sind über 20 Filialen in ganz Schweden verteilt. Es handelt sich hier aber nicht um eine industrielle Großbäckerei. Fabrique backt alle Brote und Gebäcke nach traditionellen Methoden und das schmeckst Du.
Ich empfehle Dir auf jeden Fall die Filiale in Djurgården zu besuchen. Sie ist die perfekte Frühstückslocation. Und die Lage direkt am Wasser ist sooo schön, dass es fast schon kitschig ist. Das wiederum geht definitiv als Geheimtipp durch.
Die Preise sind moderater als bei Komet oder Stora Bageriet. Ein Kardamom Bulle und ein Walnuss Bulle kamen hier zusammen auf umgerechnet 9 Euro.
Adresse: Beckholmsvägen 26, 115 21 Stockholm
Fail: Afternoon Tea im Hotel Diplomat
Gleich vorweg: Afternoon Tea hat rein gar nichts mit schwedischer Kultur zu tun. Es ist mir aber zur liebgewonnenen Tradition geworden, bei meinen Foodie Reisen einen Afternoon Tea auszuprobieren, wenn es das Angebot in der jeweiligen Stadt zulässt.
Meine Recherche hat ergeben, dass das Hotel Diplomat einen Afternoon Tea anbietet. Einen traditionellen Afternoon Tea wie im Grosvenor House in London habe ich nicht erwartet. Das ist schwer zu toppen. Eine stilvolle, entspannte Atmosphäre und hochwertigen losen Tee allerdings schon. Hier kommt mein Erfahrungsbericht zum Nachmittagstee im Hotel Diplomat.
Ambiente
Leider sind die räumlichen Voraussetzungen alles andere als günstig. Als Gast musst Du Dich durch eine sehr kleine Lobby mit Gästen schieben, die gerade einchecken. Unglücklicherweise ist das Warteschild für das Restaurant genau dort, wo sich die Check-in-Schlange befindet, was bei viel Betrieb unweigerlich zu Platzproblemen führt. Der Afternoon Tea im Restaurant findet mit Blick auf den Empfang statt. Das heißt, es ist laut. Es ist ungemütlich und zieht. Und hat nichts mit dem stilvollen Ambiente zu tun, das man sich für einen Afternoon Tea erhofft.
Während meines Besuchs fand zusätzlich eine Feier im vorderen Bereich des Restaurants statt. Ich musste mich durch Menschenmassen arbeiten, um zur Toilette zu kommen. Der Lärmpegel war entsprechend hoch.
Tee und Speisen
Hochwertiger Tee ist das Kernstück eines guten Afternoon Teas. Teebeutel haben hier meiner Meinung nach einfach nichts zu suchen. Und auch wenn schwedisches Hefegebäck kulinarisch seinesgleichen sucht, die Scones waren leider nicht lecker. Der Teig wurde definitiv zu lange geknetet, sodass die Scones eher zäh und gummiartig statt zart und krümelig waren. Die herzhaften Speisen waren okay, aber eben auch nicht großartig.
Mein Fazit zum Afternoon Tea
Meiner Meinung nach lohnt sich der Afternoon Tea im Hotel Diplomat nicht. Das ist meine persönliche Einschätzung und wie immer ist es möglich, dass Du an einem anderen Tag im gleichen Restaurant ganz andere Erfahrungen machst. Insgesamt 100 Euro hat mich das Erlebnis für zwei Personen gekostet und gehört damit definitiv zu den Foodie-Fails meines Stockholm Aufenthalts.
Adresse: Strandvägen 7C, 114 56 Stockholm
Fast Food & Snacks
Bäckereien und Cafés in Stockholm können was. Aber wie sieht es mit einem schnellen Happen zwischendurch aus? Nicht immer passt beim Sightseeing in Stockholm ein ausgedehnter Restaurantbesuch ins Programm. Zwei meiner liebsten Spots für den schnellen Hunger solltest Du unbedingt testen.
Das Prinzip von Cheap Noodles ist denkbar einfach. Für einen kleinen Preis bekommst Du eine herrlich wärmende Ramensuppe mit Zutaten Deiner Wahl. Der Laden befindet sich im Hauptbahnhof und ist perfekt auf Reisende eingestellt. Es gibt ein schnelles Bestellsystem, einen super netten Service und einen unkomplizierten Vibe.
Anders als in anderen Läden konnte ich hier eine Gemüsebrühe als Basis wählen. Am Koriander wurde nicht gespart und Ei und spicy Kimchi waren eine feine Kombi. Für umgerechnet 5 Euro wirst Du hier definitiv satt.
Adresse: Centralplan 15, 111 20 Stockholm
Pizza von Goose Alley
Beim Bummeln durch die Nischengeschäfte der Stora Nygatan bin ich auf eine Gasse gestoßen, die mir besonders gut gefallen hat. Dass es hier Pizza gibt, war ein glücklicher Zufall. Der kleine Kiosk Goose Alley ist innen süß eingerichtet. Der Service war sehr geduldig und hat gewartet, bis ich mich für ein Stück Pizza mit Feigen und ein Stück mit Zitronen und Parmesan entschieden habe.
Zwei Stücke Pizza haben absurd teure 17 Euro gekostet.😂 In diesem Fall habe ich sie gerne bezahlt, weil es mich abgeholt hat, mit Papptellern und Limo in einer pittoresken Gasse zu sitzen
Adresse: Gåsgränd 4, 111 27 Stockholm
Mittagessen
Einer meiner schönsten Ausflüge in Stockholm ging nach Rosendals Trädgård auf Djurgården. Einen entspannteren Ort kannst Du für Dein Mittagessen nicht finden. Über die weitläufige Gartenanlage verteilt finden sich Sitzgruppen, sodass Du mitten in der Natur essen kannst.
Das Essen holst Du Dir im Rosendals Trädgårdskafé. Es gibt ein wechselndes Mittagsmenü. Ich habe mich für eine Suppe entschieden. Außerdem gab es einen Teller Hummus mit Gemüse, frisches Brot und einen Karottenkuchen mit Frischkäsefrosting. Umgerechnet 37,55 Euro habe ich für das Mittagessen mit Getränken bezahlt und Lage und Speisen waren das absolut wert.
Adresse: Rosendalsterrassen 12, 115 21 Stockholm

Abendessen
Als Foodie sollte Östermalms Saluhall auf jeden Fall auf Deiner Stockholm-To-Do-Liste stehen. Die Markthalle ist wunderschön und das Angebot an Speisen vielfältig. Während die Saluhall Montag bis Freitag um 19 Uhr schließt, haben die Restaurant deutlich länger geöffnet und sind über einen separaten Eingang erreichbar.
Ich habe köstliche Muscheln im Restaurant Lisa Elmqvist gegessen. Umgerechnet 62 Euro habe ich für zwei Gerichte mit Getränken bezahlt. Durchaus fair für die Qualität der Speisen. Tipp: Reserviere unbedingt, ich habe an diesem Abend den letzten Tisch ergattert.
Adresse: Östermalmstorg, 114 39 Stockholm
Lisa Elmqvist verkauft seit 1926 Fisch und Meeresfrüchte in der Östermalms Saluhall und wird im Guide Michelin empfohlen.
Drinks in Gamla Stan
Ich habe Cocktail Bars mit besonderem Konzept neu für mich entdeckt. Wenn Du gute Cocktails, leckere Snacks und eine wunderbare Aussicht auf den Stortorget-Platz genießen möchtest, bist Du im Pharmarium bestens aufgehoben.
Ich habe als Snack gleich zweimal die Onion Croquettes bestellt. Außerdem gab es für mich diese Cocktails:
- Anti-Oxidant (alkoholfrei)
- Vattlingon Spritz (alkoholfrei)
Meine Begleitung hat sich diese Cocktails ausgesucht:
- Imaginarium 2.0
- Völuspa
Fazit: Anti-Oxidant war richtig lecker, Vattlingon Spritz nur okay. Völuspa sieht mit dem Rauch in der Flasche toll aus, schmeckt ganz okay. Imaginarium 2.0 mit den Absinthperlen ist ein Erlebnis, aber sehr stark und geschmacklich auch eher okay. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt mit umgrechnet 84 Euro nicht ganz. Das gleichen Lage, Ambiente und die köstlichen Zwiebelkroketten aber wieder aus.😜
Adresse: Stortorget 7, 111 29 Stockholm
FAQ: Häufige Fragen
In Stockholm bezahlst Du fast überall mit Karte. Einige Restaurants nehmen gar kein Bargeld mehr an. In den meisten Fällen musst Du die Karte nur noch ans Gerät halten. Es kommt vor, dass Du den Gesamtbetrag, der Dir zuvor auf der Rechnung gezeigt wurde, selbst eintippen musst.
Essen in Stockholm ist teuer. Beim Dagens rätt (Tagesgericht) bekommst Du bei vielen Restaurants Lunch-Menüs, die mittags viel weniger kosten als vergleichbare Gerichte abends.
Trinkgeld ist keine Pflicht und wird anders als in Kanada oder den USA auch nicht erwartet. Die Löhne sind fair. Trotzdem ist ein Aufrunden des Betrags eine nette Geste, über die sich der Service ganz bestimmt freut.
Fazit
Nicht nur die Restaurants in Stockholm sind ein Erlebnis. Ich bin froh, dass ich eine größere Bandbreite der schwedischen Ess- und Trinkkultur getestet habe. Wirklich herausgestochen ist für mich der Hefeteig, der in allen nur denkbaren Kreationen zubereitet und zum Fika gereicht wird. In einer Woche Essengehen in Stockholm kannst Du gut und gerne ein kleines Vermögen ausgeben. Für einen Snack bei Cheap Noodles zwischendurch wird Dir Dein Geldbeutel danken.😉